Mit dem Fahrrad durch den Winter

Wer rastet, der rostet – Radfahren im Winter

Der Klimawandel hat ja auch sein Gutes. Lange Frost-, Eis- und Schneeperioden werden offenbar immer seltener.

Voraussetzung für Spaß und Sicherheit beim Radfahren im Winter sind eine temperatur- und wettergerechte Kleidung, ein für Minusgrade und Streusalz präpariertes Rad und einige spezielle Verhaltensregeln.

Die Kleidung sollte entsprechend der Distanz und Temperatur gewählt werden. Bei kurzen Strecken packt man sich gerne warm ein, bei längeren Fahrten eher etwas kühler. Erst nach ca. 15 Minuten wird man richtig warm und schwitzt dann. Am besten ist reflektierende oder mit Reflektoren bzw. Warnweste ergänzte Kleidung. Eine dünne Mütze unterm Helm ist ebenfalls ratsam. Die störungsfreie Funktion der Beleuchtung sichere ich mit „Polfett“ an den elektrischen Kontakten.

Minusgrade, Streusalz und Streusand sind die Hauptfeinde beim Radfahren im Winter. Frost legt feuchte Bowdenzüge für Schaltung und Bremsen lahm. Eingelagerte Feuchtigkeit gefriert und nichts geht mehr.

Deshalb baue ich Brems- und Schaltzüge aus, reinige die Hüllen mit Pressluft und pflege sie mit feuchtigkeitsverdrängenden Schmierstoffen auf Alkoholbasis.

Aggressives Streusalz in Verbindung mit Nässe ist die größte Gefahr für Lager, Schraubverbindungen und Rahmen.

Die empfindlichen Lager, soweit zerlegbar (Radlager vorne/hinten, Lenkkopflager, evtl. sogar das Tretlager), reinige ich und bette sie in reichlich Fett. Anschließend stelle ich sie leichtgängig und spielfrei ein.

Die rostanfälligen Schraubverbindungen schütze ich mit einem feuchtigkeitsunterwanderndem Rostschutzmittel, die übrigen Rahmenteile mit Sprühwachs.

Eine besondere Pflege erfordert die meist ungeschützte Kette. Egal ob rostfrei oder nicht, jeder sollte, bevor die Kettenrollen scheinbar sauber glänzen, nachschmieren. Dies mache ich, indem ich bei gleichzeitigem Kurbeln des Antriebs durch die Tülle eines Ölfläschchens winzige Öltröpfchen auf die Kettenrollen gebe. Der Schmierstoff wandert durch die Bewegung in das Innere der Kette und reduziert den Verschleiß. Also, bevor die Rollen nicht mehr matt ölig schimmern, sparsam nachschmieren! Bei miesem Wetter kann dies nach jeder Fahrt erforderlich sein. Auf Wunsch versiegele ich die Kette für längere Haltbarkeit der Schmierung mit Sprühwachs.

Wer wirklich sicher und auch bei Frost und Eis fahren möchte, dem rate ich zu Winterreifen oder Spikes. Ähnlich Autoreifen sind Fahrrad-Winterreifen griffiger und weicher und damit bei niedrigen Temperaturen sicherer. Bei Eis, oft unvermutet unter Raureif, Schnee oder auf Brücken versteckt, empfehle ich Spikes. Wegen des erhöhten Rollwiderstands der für Fahrräder generell zulässigen Spikes sind diese eher für Distanzen bis zu 5 km am Stück geeignet. Generell für jede Bereifung gilt: abgesenkter Luftdruck = bessere Griffigkeit; erhöhter Luftdruck – = geringerer Rollwiderstand. Wichtig bei Schnee ist auch ein ausreichender (daumendicker) Abstand der Reifen zu den Schutzblechen. Sonst setzt sich alles zu und macht das Fortkommen zur Qual.

Grundsätzlich sollte man bei unsicheren Untergründen und in Kurven besonders vorausschauend fahren, vorsichtig lenken und nicht bremsen. Kontrollbremsungen (glatt oder nicht) bitte nur mit der Hinterbremse!

Überhaupt geht Sicherheit vor. Da kann bei kippeligen Situationen ein Absenken des Sattels für bessere Standsicherheit sorgen. Bei nicht geräumten Radwegen ist die Nutzung der meist geräumten Straße zulässig.

Ach ja, fürs Schloss verwende ich nichtfettende Schmierstoffe, die den Schließzylinder auch bei Minusgraden nicht verkleben.

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